Haubarge auf Eiderstedt
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| Neuer Benutzer Registriert seit: 29.10.2007 Ort: Halbinsel Eiderstedt
Beiträge: 3
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Moin ! Wenn man die Halbinsel Eiderstedt besucht, dann MUSS man auch einen Eiderstedter Haubarg besichtigen. Haubarge sind DAS typisches Bauernhaus der Halbinsel Eiderstedt früherer Zeiten. Seine Blütezeit hatten die Haubarge vom späten 16. Jahrhundert bis ins späte 19. Jahrhundert. Westfriesische Einwanderer brachten den Bautyp des Gulfhauses mit und ließen die Haubarge für Eiderstedt typisch werden. Haubarge werden auch heute noch als die schönsten, größten und die imposantesten Bauernhäuser der Welt bezeichnet. Um 1900 waren es noch 400 Stück, heute sind es weniger als 40 Stück! Haubarge sind in der Regel Ein-Haus-Gehöfte. Ein einziger, kompakter Baukörper enthält also Heuboden (den Heuberg), Ställe (Boos = Kuhstall, Peerboos=Pferdestall), Stauraum für Winterfutter, Dreschtenne (Lohdiele) und das Wohnhaus. Der Philosoph Friedrich Paulsen schildet 1846 seine Eindrücke: Der Bauer, den ich besuchte führte mich in einen großen weiten Raum, der höher und breiter als eine Kirche war, stellte mich da zwischen vier vierzig Fuß [12 m] hohe Eichenbalken, die im Quadrat dreißig Fuß [9 m] weit auseinander standen und das Dach seines Hauses trugen. Dies, sagte er, ist der Vierkant, der Mittelpunkt meiner Wirtschaft, in dem ich alle meine Schätze, Heu, Getreide, aufbewahre, mit einem Worten, der so genannte Heuberg, dem zuliebe auch unsere ganzen Bauernhöfe Heuberge genannt werden! Ich hatte noch nie ein so hohes und wunderliches Kornmagazin gesehen. Da es, soviel ich weiß, sonst nirgends in der Welt Vierkante oder Heuberge gibt, als nur in Eiderstedt, so will ich hier bemerken, dass diese eigentümlichen Scheunen im Quadrat, dessen Seiten siebzig bis neunzig Fuß Länge [21-27 m] haben, bebaut und dann mit gewaltig großer, breiter Reetdachfläche bedeckt sind, die in der Mitte, ich glaube wohl sechzig Fuß [18 m] hoch, spitzig wie ein Thurm zusammenläuft. Haubarge haben einen rechteckigen, fast quadratischen Grundriss. Es handelt sich um Ständerbauten, bei denen das Haus hauptsächlich von den imposanten Ständern, getragen wird, die durch Längs- und Querbalken (Fetten) verbunden sind. Diese Bauweise trägt dazu bei, das Haus widerstandsfähig gegen Naturgewalten, insbesondere Stürme und daraus resultierende Sturmfluten, zu machen. Selbst wenn eine Sturmflut die Mauern eindrückt, halten die Ständer noch das Dach. Die Grundstruktur des Hauses bleibt unbeschädigt. Diese Bauweise erleichterte außerdem die Erneuerung des Mauerwerkes. Die früher in Lehm aufgesetzten Mauern hatten den Nachteil, dass sie –besonders im Stallbereich- aussalzten und ersetzt werden mussten. Die Ständer in der Mitte des Haubargs bilden den so genannten Vierkant, in dem das Heu und Stroh, welches nach dem Dreschen anfiel, gelagert wurde. Darum herum angeordnet sind die (Loo), wo unter anderem gedroschen wurde, Wohnräume (Döns) und Schlafverschläge (Alkoven) für das Hofgesinde zusammen mit den Stallungen. Der Großbauer hatte, mit seiner Familie sein Schlafgemach in dem so genannten "Pesel", welcher sogar beheizbar war, während das Hofgesinde nur durch das Vieh und das gelagerte Stroh und Heu gewärmt wurde. Das Heu und Stroh, lagerte im Vierkant und über der Boos, während Getreide über dem Wohnteil des Hauses lagerte. Über der Loo lagerten die nicht gedroschenen Garben der Ernte auf einer Art Spaltenboden. Wenn nicht gerade geerntet oder gedroschen wurde, diente die Loo als Wagenremise. Waren Haubarge ursprünglich aufgrund ihrer ökonomischen Zweckmäßigkeit gebaut worden. Heute – nach der Mechanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft – hat der Haubarg als Bauernhausform abgewirtschaftet. Es ist unwirtschaftlich geworden, weil er mit seiner Bauform den heutigen Arbeitsabläufen und Viehbestandzahlen nicht mehr gewachsen ist. Besonders das Reetdach, das um die 1.000 m² hat, ist in seiner Erhaltung sehr teuer. Deshalb weichen die meisten Bauern auf andere Gebäude für ihren Betrieb aus. Die Haubarge werden entweder abgerissen, verfallen oder werden an andere Eigentümer abgegeben. Dann ist zwar meist die alte Fassade erhalten, im Innenraum jedoch ist der Haubarg oft einer anderen Nutzung zugeführt. Einige wenige Haubarge kann man auch von innen (Loh und Vierkant) besichtigen. So z.B. den Haubarg-Peerboos in Vollerwiek von April bis Oktober oder den sehr bekannten roten Haubarg in der Nähe von Witzwort. Im roten Haubarg befindet sich auch ein kleines Landwirtschaftsmuseum. Wir, die Eigentümer des Haubarg-Peerboos, freuen uns auf ihren Besuch in Loh und Vierkant. Weitere Infos unter: Haubarg-Peerboos, Ferienwohnungen vor St. Peter-Ording auf Eiderstedt, Ferienwohnung Vermittlung, Touristinformation und Mee(h)r
__________________ Es grüßt euch Haubarg-Peerboos Meine Favoriten: Haubarg-Peerboos in Vollerwiek Forum für St. Peter-Ording und Eiderstedt Vermittlung von Urlaubsquartieren für St. Peter-Ording und Eiderstedt Geändert von Haubarg-Peerboos (29.10.2007 um 11:01 Uhr) |
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